Philosophie & Religion im Gespräch
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Dr. Melanie Damm
Clusterleitung
melanie.damm@vhs-augsburg.de
Die ursprüngliche japanische Glaubensform ist der Shinto. Dieser mystische Glaube, der auf naturreligiösen Vorstellungen beruht, bildet eine Art "seelische Wahrheit" in Japan, die quasi als Hintergrundmusik bis heute in der Gesellschaft mitschwingt. Inmitten von Katastrophen - wir denken z. B. an die Reaktorkatastrophe 2011 - reagieren die Menschen in Japan erstaunlich sanft und geduldig. Kann also der Shinto zu einer glücklicheren Lebensart beitragen? Neben dem Glaubenssystem und der Geschichte des Shinto beschäftigen wir uns mit der Fragestellung, inwieweit der Shinto gerade auf die gesellschaftlichen Verwerfungen der heutigen Zeit eine Antwort geben kann.
Mystik ist ein viel verwendetes Wort. Was unterscheidet Mystik von Esoterik? Wie hängen Mystik, Kontemplation und Meditation zusammen, was unterscheidet östliche und westliche Mystik und ist es erstrebenswert, ein Mystiker zu sein? Woran erkennt man Mystiker?
Zeit ist nicht gleich Zeit. Begleiten Sie mich auf einer kurzweiligen Reise von der Alltagszeit über die zyklisch-lineare Zeit des Judentums und die lineare Zeit des Christentums zur gottgeschaffenen Zeit des Islam und der zyklischen Zeit des Buddhismus und Hinduismus sowie einem Exkurs zu den Kreisläufen in den indigenen und naturverbundenen Religionen.
Der Buddhismus entwickelte sich von Indien aus über China u.a. nach Japan und verbreitete sich dort in verschiedenen Varianten - u.a. als die Kultur Japans wesentlich prägender Zen-Buddhismus. Wir sehen uns die Geschichte und v.a. die Entwicklungen in Japan an, die verschiedene Übungswege - wie den Teeweg - beinhaltet. Dr. Wolfgang Bockhold studierte u. a. Ostasienwissenschaften (Japanologie und Sinologie) - auch in Japan, war wiss. Assistent für Japanische Sprache und Kulturgeschichte, Vorstandsmitglied der Ostasiengesellschaft (Tokyo), und ist seit Juni 2018 Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Augsburg und Schwaben. Er betreibt verschiedene Zen-Künste, wie die japanische Teezeremonie und japanische Kampfsportarten. Mit der Shakuhachi hatte er zahlreiche Auftritte - auch im japanischen Fernsehen.
Freundschaft - Dichter und Denker haben sie durch die Zeiten gepriesen. Wir folgen den Gedanken von Aristoteles, Seneca, Cicero, Ignatius von Loyola, Montaigne, Kant, Hegel, Nietzsche, Derrida und Hannah Arendt zu diesem einzigartigen Band zwischen Menschen. Dies wird anregen, noch wertschätzender auf unsere Freundschaften zu blicken.
600 000 Austritte (2025) aus beiden Kirchen! Die Religion erscheint als ein Mythos vergangener Zeiten, den man ruhig vergessen kann. Jedoch enthält der Mythos eine Wahrheit, welche Ängste überwindet und befähigt, in Frieden miteinander und mit der Natur zu leben. Genau das macht Religion in ihren besten Vertretern. Sie kann die Welt verändern.
Karl Jaspers zählt in seinem Werk „Die großen Philosophen“ Sokrates zusammen mit Buddha, Konfuzius und Jesus zu den „maßgebenden Menschen“. Eine höhere Auszeichnung kann er ihm nicht geben. Der Mensch und Philosoph Sokrates tritt uns bei Platon besonders im Kontext seiner Verurteilung gegenüber. Wir sehen uns v. a. die platonischen Dialoge „Apologie des Sokrates“ und „Kriton“ an. Textauszüge werden zur Verfügung gestellt.
Wir leben in einer Gesellschaft in der Stärke und Effizienz viel zählen. Maria und Marta, zwei Schwestern, gefangen im Spannungsfeld ihrer Gefühle. Sie verlieren plötzlich ihren Bruder durch Krankheit. Es fällt nicht nur ein geliebter Mensch weg, sondern der Halt im Alltag. Anhand des biblischen Bildes von Maria und Marta wollen wir darüber nachdenken: wie können wir mit Überforderung im Alltag umgehen. Interaktiver Austausch in der Gruppe.
Tee-Zeremonie, Ikebana, Shinto u. a.: Die japanischen Traditionen zeigen sich stets in einer Form des Bedienens. Das Bedienen ist für die Japaner ein heiliges Ritual, es ist eine Wahrnehmung des Lebens. Die Welt ist vergänglich, der Tod unvermeidlich. Diese Erkenntnis durchzieht die eigenartig melancholische Religiosität Japans - in enger Verbundenheit mit Menschen, Natur und Göttern.
Martin Heidegger sagt: „Die Sprache ist das Haus des Seins. In ihrer Behausung wohnt der Mensch.“ Damit unterstreicht Heidegger, wie essentiell Sprache für uns als Menschen ist. Wir denken mit Platon nach, wo Sprache ihren Ursprung haben könnte, und sehen uns einige Aspekte des Nachdenkens über die Sprache an, die im 20. Jh. im Mittelpunkt standen. Im Anschluss an den Kurs besteht die Möglichkeit, einen Blick auf die Bedeutung von Sprache im Bereich der KI zu werfen: die „Large Language Models“.
"Was ist Kritik?" ist ein 19-Seitiger Vortrag von Foucault. Er versucht darin, nicht nur Kritik zu verstehen, sondern auch die Frageformen zu ergründen, die die Kritik selbst einführt. Wir erfahren seine Kritikdefinition und können dabei das Wesen der Kritik kritisch für uns selbst beleuchten.
Wie wollen Sie in Erinnerung bleiben? Was war wesentlich und wertvoll in Ihrem Leben? Was würden Sie nach Ihrem Tod über sich erzählt wissen wollen? Diese Fragen und die entsprechenden Antworten sollten im Fokus einer authentischen Trauerrede stehen. Viele Menschen regeln mit Sorgfalt die sogenannten „letzten Dinge“ – doch die Trauer-Rede kommt hier oft zu kurz. Wie können Angehörige im Vorfeld entlastet werden, wenn man sich zu Lebzeiten schon Gedanken und Notizen zu seinem eigenen Abschied macht? Als Trauer-Rednerin und Hospizhelferin spricht Renate Baumiller-Guggenberger in ihrem Vortrag über ihre Erfahrungen und gibt den Teilnehmer*innen eine Art „Leitfaden“ dafür, wie man bereits zu Lebzeiten diesem Thema würdevoll und individuell begegnet.
Zeitreisen, Zeitsprünge, Zeitebenen, Traumreisen - es gibt wohl nichts, was es im Science Fiction nicht gibt. Wir begeben uns auf eine Reise durch klassische und moderne Science Fiction-Literatur und spüren den Visionen und Ideen zur Zeit von Wells "Die Zeitmaschine" über Niffeneggers "Der Zeitreisende" und Simmons' "Hyperion" bis zu Cixins "Die drei Sonnen" nach!
Der Philosoph Robert Nozick wollte über das metaphysische Problem der Willensfreiheit nachdenken, schrieb jedoch den Klassiker des libertären Denkens. Libertär, das ist der Superlativ von liberal. Die freieste Freiheit, alles zu tun, was immer man will. Um die weltweit libertären Strömungen einordnen zu können und sich für Gegenargumente zu präparieren, gibt es kein besseres Werk aus philosophischer Sicht. Wir diskutieren darüber.
Wir schauen auf das vergangene Jahr: Was ist an Fakten, Schicksalhaftem, nicht Änderbarem gewesen? Was ist gelungen, misslungen, versäumt worden? Wo sind Ressourcen und intakte Bereiche? Die Durchführung der Bilanz verhilft zum guten Abschluss des Vergangenen und Dankbarkeit gegenüber dem Gewesenen. Sie öffnet gleichzeitig Freiräume, ermöglicht Neubewertung und bestimmt dadurch künftiges Leben mit.
1581 schlug die Geburtsstunde der Republik der Vereinigten Niederlande, als sich die sieben nördlichen niederländischen Provinzen von der spanischen Herrschaft lossagten. Damit begann eine tiefgreifende künstlerische Neuentwicklung, die zur Ausbildung eines eigenen Malstils führte, der heute im deutschen Sprachraum als „holländisch“ bezeichnet wird. Dabei blieben die Themen der niederländischen Malerei bestehen. Landschaftsbilder, Seestücke und Genrebilder erhielten jedoch regionaltypische Züge; viele Sujets spiegelten den bürgerlich geprägten Alltag. So rückten Dünenlandschaften, holländische Küsten und häusliche Interieurs ins Zentrum und prägten damit ein Angebot zur Identifikation, in dem das Streben nach politischer Unabhängigkeit Ausdruck fand. Für die flämische Malerei blieben die traditionellen Auftraggeber – Adel und Kirche – weiterhin bestimmend. Das belegt beispielhaft das Werk von Peter Paul Rubens, der aber auch in den nördlichen Niederlanden viele Bewunderer fand – darunter Rembrandt, der in seinen Werken den künstlerischen Wettstreit suchte und in der Auseinandersetzung eigene Impulse setzte. In der Führung werden anhand von Beispielen in der Alten Pinakothek die Unterschiede, aber auch die Parallelen der künstlerischen Auffassungen vorgestellt. Mirjam Neumeister ist Sammlungsdirektorin der Alten Pinakothek und Sammlungsleiterin für Flämische Barockmalerei an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München.
Der Bann der Worte kann sowohl Segen als auch Fluch bringen. Dies kann das Schicksal des Menschen bestimmen. Die Japanerinnen und Japaner gehen deshalb mit Worten unheimlich vorsichtig um, wodurch ihr soziales Verhalten außergewöhnlich bescheiden wirkt. Warum wurden den Menschen die Worte gegeben? Den Worten wohnt etwas Mysteriöses inne, das Menschen "menschlich" sein lässt. Wozu lebt der Mensch? Was kann der Mensch der Welt hinterlassen? Wenn wir uns mit der Wahrheit der Worte auseinandersetzen, können wir einen Teil des Geheimnisses des Lebens einsehen.
Was macht KI mit unserem Denken? Wie verändern ChatGPT und seinesgleichen, Fake News, Deepfakes etc. unser Denken und unser moralisch-ethisches Handeln? Anhand von Prompts, Bildern und Texten betrachten wir, wie sich die Grenzen von Wahr und Falsch verschieben können, aber auch, wo die Grenzen der KI sind und wo wir sie selbst setzen müssen. Begleiten Sie mich auf eine Reise durch die Manipulierbarkeit eines Systems, das versucht, uns zu manipulieren, und sehen Sie, warum die Philosophie die KI noch immer schlägt. Kleine Gruppe - max. 15 Personen.
Die Japanerinnen und Japaner gehen traditionell davon aus, dass Fehler zu begehen, eben der wahrhafte Weg ist, sich menschlich zu bilden. Alle japanischen Gebildeten verstehen sich ständig als unreif und umso spannender ist ihr Leben. Ob für Sushi-Meister oder Schwertkämpfer, "sich auszubilden", gilt nicht nur als berufliche Qualifikation, sondern ist gleichbedeutend mit der Entwicklung der gesamten Menschheit. Was kann eine traditionelle Ausbildung? Wenn wir die Antwort hierfür finden wollen, beginnt eine spannende Erkundungsreise!
In seinem neuen Buch "Situation und Konstellation" geht es um die These, dass wir die Fähigkeit zu handeln verlernt haben. "Handeln", heißt für Hartmut Rosa, "auf eine Situation mithilfe der Urteilskraft zu reagieren." Wir gehen seiner These und seinen zahlreichen Beispielen nach und diskutieren seinen "Ausweg" aus dieser "Klemme" - wie er sagt.
Der Bauch - HARA - hat eine zentrale Bedeutung in der japanischen Kultur, besonders in den Kampfkünsten und der Lebensphilosophie. HARA gilt in Japan als Quelle von Kraft, Stabilität und innerer Ausgeglichenheit. Es spielt als physische und mentale Mitte eine entscheidende Rolle für Haltung, Bewegung, Atemtechnik. Sie erfahren, wie Kampfkünstler und Zen-Meister HARA nutzen, um Ruhe zu bewahren, fokussiert zu bleiben und in herausfordernden Situationen entschlossen zu handeln.
Die Frage nach der Zeit stellt sich im Laufe der Philosophiegeschichte immer wieder als zentrales Problem heraus. Doch wie antworten die großen Philosophen darauf? Ein Streifzug durch die objektive und subjektive, endliche und unendliche, veränderbare und unveränderliche Zeit von der Stoa über Augustinus und Thomas von Aquin zu Kant und Hegel sowie Nietzsche, Heidegger und heutigen Philosophen.
Die Frage, wie der moderne Mensch beten und Gott begegnen kann, treibt den jungen Jesuiten Franz Jalics nach dem Krieg um. Nachdem er aus dem Foltergefängnis der argentischen Junta entlassen worden war, entwickelte er eine einfache Gebetsform, die in 5 Schritten zum Herzensgebet führt. Wer sich auf diesen Weg einlässt, wird bei jedem Schritt ein Stück mehr auf den inneren Weg vom Haften an Leistung zu mehr Freiheit, vom puren Denken zu mehr Wahrnehmung und vom Sollen zum Sein gelangen. Matthias Möller führt seit 40 Jahren Menschen in die Meditation ein und meditiert täglich.